Sie sind nicht angemeldet.

Kontrollzentrum

Uhr

Zur Zeit sind keine Benutzer aktiv.

Wer war heute online?

Von insgesamt 3 Mitgliedern waren zuletzt online:

Umfrage

50%

Ja (16)

38%

Nein (12)

13%

siehe Beitrag (4)

KW Mo Di Mi Do Fr Sa So
5 29 30 31 1 2 3 4
6 5 6 7 8 9 10 11
7 12 13 14 15 16 17 18
8 19 20 21 22 23 24 25
9 26 27 28 1 2 3 4

©2010 wbb3addons.de

Die TopFive-Downloads

Die fünf neusten Downloads

GameMenü (WCF1....6. Mai 2010, 12:48

Gewinnspiel (WC...6. März 2010, 16:12

Gwinnspiel: Gut...6. März 2010, 16:07

Gwinnspiel: Akt...15. Februar 2010, 14:49

Gewinnspiel: ko...19. Januar 2010, 11:57

Statistik

  • Mitglieder: 677
  • Themen: 19450
  • Beiträge: 180542 (ø 33,95/Tag)
  • Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: MitchAbney

Stahlelefant

Fortgeschrittener

  • »Stahlelefant« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 211

  • Nachricht senden

1

Donnerstag, 16. Februar 2017, 01:01

Editions In-12


(Eine der Einbandvarianten.)

HIer:
http://hetzel.free.fr/editions_in12.html

… wird gesagt, dass das die Originalausgaben waren, wenn man von der Vorabveröffentlichung im Magasin absieht. Stimmt das wirklich? Kamen nicht zuerst die broschierten Ausgaben auf den Markt?

Ist der Text in diesen gebundenen, kleinformatigen Ausgaben identisch mit dem Text der broschierten Ausgaben?

Andreas

Meister

  • »Andreas« ist männlich

Beiträge: 1 886

Wohnort: vom Rande des Spreewalds

  • Nachricht senden

2

Donnerstag, 16. Februar 2017, 12:30

Original bedeutet nicht immer Erstausgabe

In der Werksübersicht:

http://jv.gilead.org.il/biblio/voyages.html

von Volker Dehs, Jean-Michel Margot & Zvi Har’El steht für der Reihe der Außergewöhnlichen Reisen (VE) ganz klar zu den Erstausgaben: "In a book form, the Hetzel’s in-18 edition, which is always the first original edition. "

Die kleineren Versionen sind zwar Original-Hetzel - aber nicht die erste Ausgabe in Buchform. Die großformatigen Auflagen wurden nach dem Magasins (die nicht durchgehend die Erstdrucke der Romane waren - nicht zu verwechseln mit Erstausgaben), siehe dazu:

http://www.j-verne.de/verne_hetzel_1.html

in gebundener Form auf dem Markt gebracht, damit wollte Hetzel zuerst Geschäfte machen. Dann gab es broschierte (Softcover) Bücher mit Zeitversatz. Welche Romane in den Magasin waren ist übrigens auf meiner Seite:

http://www.j-verne.de/verne_hetzel_2.html

zu finden. Viel Spaß beim weiteren Erkunden der Editionen!

:):
Andreas

(www.j-verne.de)

Stahlelefant

Fortgeschrittener

  • »Stahlelefant« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 211

  • Nachricht senden

3

Donnerstag, 16. Februar 2017, 13:57

Danke sehr! Ich hätte wirklich ›Erstausgabe‹ schreiben sollen, nicht ›Originalausgabe‹.

Ich bin jetzt aber etwas verwirrt. ›In-18‹ sind doch eigentlich kleinformatigere Ausgaben – also die broschierten, denke ich. Und dann steht da noch:
„In an illustrated large-format book, the Hetzel’s in-8°
edition, which is never the first original edition“
in-8° … damit sind doch die gebundenen und (voll) illustrierten Ausgaben gemeint, denke ich.

Volker Dehs

Fortgeschrittener

  • »Volker Dehs« ist männlich

Beiträge: 211

Wohnort: gute Frage

Beruf: Literaturwissenschaftler

  • Nachricht senden

4

Freitag, 17. Februar 2017, 20:12

Die Veröffentlichungspraxis bei Hetzel war durchaus verwirrend.

Die Vorabdrucke in den Tageszeitungen gingen in der Tat der Veröffentlichung der ersten Buchausgabe immer voraus; der Vorabdruck in Hetzels hauseigenem Magasin d'Éducation et de Récréation fing zwar vor Veröffentlichung der Buchausgaben an, war aber meistens erst nach deren Herausgabe abgeschlossen.

Die kleinformatige Ausgabe (meist in-18, in-12 oder in-16 genannt) war in der Mehrzahl der Fälle die Erstausgabe - mit Ausnahme der Romane Claudius Bombarnac, Reisebüro Thompson & CO und Die Mission Barsac). Der Verkauf der Buchblöcke erfolgte parallel in den drei Formen Broschur, Leinen und Halbleder (letztere Option wurde nach 1871 aufgegeben) und wurde je nach Bedarf zusammengesetzt.
Die großformatige, voll illustrierte Ausgabe ("gr. in-8°) ist in den meisten Fällen also die zweite Ausgabe, allerding begann deren Produktion nach 1872 schon früher als die der in-18, und der Verkauf der Lieferungen ("livraisons" und "séries", die mehrere livraisons umfassten) setzte in einigen Fällen bereits früher ein als der Verkauf der kleinformatigen Ausgabe.

Der Verkauf der großformatigen Ausgabe erfolgte ebenfalls parallel als Broschur, Schmuckleinen und Halbleder (letztere bis 1914, aber nur bei den Doppelbänden). Einbändige Romane wurden mit anderen einbändigen Romanen desselben Zeitraums auch als Doppelbände in den drei Varianten herausgegeben.

Vorabdruck, in-18 und gr. in-8° weisen alle in unterschiedlichem Maße Varianten auf, bei den Buchausgaben kann man bisweilen auch Varianten zwischen den einzelnen Auflagen nachweisen. Wobei eine Auflage ("tirage") als zeitgleich produlzierte Anzahl von Büchern in einzelnen "éditions" von 1000, 750 oder 500 Exemplaren gezählt und sukzessive verkauft wurden. Das gilt für die kleinformatige Ausgabe, bei der großformatigen ist die Anzahl der Exemplare innerhalb eines tirage selten bekannt und die wurden im Gegensatz zur gr. in-8" auf der Titelseite oder dem broschierten Umschlag NIE nummeriert.

Alles klar?
volker

Stahlelefant

Fortgeschrittener

  • »Stahlelefant« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 211

  • Nachricht senden

5

Samstag, 18. Februar 2017, 00:49

Vielen Dank!

Ja, ich glaube, jetzt dürfte allles klar sein, eine Nachfrage hätte ich aber noch. Ich meine, mal irgendwo gelesen zu haben, dass es drei Varianten gab. Aber vielleicht erinnere ich mich falsch, habe etwas missverstanden, oder es handelt(e) sich um einen Irrtum des Autors.

Also:
1. Kleines Format ohne Illustrationen.
2. Großes Format mit Illustrationen.
3. Kleines Format mit ein paar ausgewählten Illustrationen.

… wobei es 1. oder 3. wahrscheinlich nicht gibt. Oder es unterscheidet sich beim kleinen Format von Roman zu Roman? … bei einigen Romanen sind keine Illustrationen dabei, bei anderen aber doch ein paar?

Volker Dehs

Fortgeschrittener

  • »Volker Dehs« ist männlich

Beiträge: 211

Wohnort: gute Frage

Beruf: Literaturwissenschaftler

  • Nachricht senden

6

Samstag, 18. Februar 2017, 02:23

Zwischen 1891 und 1893 wurden die bereits produzierten Exemplare der in-18-Edition mit durchschnittlich 6 Illus aufgemotzt, die außerhalb der Seitenzählung ganzseitig eingefügt wurden.Der Verkauf von Vernes Büchern stagnierte in dieser Zeit und Hetzel wollte durch die Illustrationen das Interesse steigern. Claudius Bombarnac (1893) war der erste Roman, der von Beginn an entsprechende ganzseitige Illustrationen ("planches"), aber auch Auszüge aus Illustrationen enthielt, dort wo das Druckbild das erlaubte. Nachauflagen der anderen Romane wurden entsprechend behandelt, wobei sich zum Teil die Seitenzählung änderte.
Bei den drei Geschichtswerken ("Découverte de la Terre") hatte dieser Prozess bereits um 1886 eingesetzt, um die Attraktivität der Bücher für den Verkauf zu steigern.
Die Geschichte der in-18-Ausgaben ist bibliographisch noch nicht aufgearbeitet, weder was den Inhalt noch die Einbände betrifft.
volker

Stahlelefant

Fortgeschrittener

  • »Stahlelefant« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 211

  • Nachricht senden

7

Samstag, 18. Februar 2017, 13:17

Vielen Dank, jetzt ist alles klar :) Meine Verwirrung kam auch durch die verschiedenen Bezeichnungen zustande. Auf vernehetzel.free.fr steht „In-18“, auf hetzel.free.fr steht „In-12“, siehe oben. Ich dachte, das würde sich auf unterschiedliche Ausgaben beziehen.

Allerdings fällt mir jetzt, wo ich mir die Beschreibung noch mal gelesen habe, doch noch eine Frage ein.
http://hetzel.free.fr/editions_in12.html : Elles sont en effet ornées
de gravures tirées des publications in-octavo

Gilt das dann tatsächlich für alle kleinformatigen Ausgaben, die die beschriebene Bindung aufweisen?
Ces cartonnages portent la mention "Les mondes connus et inconnus".
Ils sont toujours rouges et présentent des motifs géométriques
ressemblants à des ferronneries“

Oder gab es diese Bindung schon vor 1891? … was bedeuten würde, dass es auch Exemplare gibt, die diese Bindung aufweisen, aber keine Illustrationen enthalten.

Volker Dehs

Fortgeschrittener

  • »Volker Dehs« ist männlich

Beiträge: 211

Wohnort: gute Frage

Beruf: Literaturwissenschaftler

  • Nachricht senden

8

Samstag, 18. Februar 2017, 16:12

Ja, diese Leinenausgabe gab es schon vorher, sie wurde 1886 eingeführt und 1901 durch eine ähnliche Variante (das Bild, das du am 16.2. gepostet hast; beim Vorgänger ist das Medaillon zentrall) abgelöst. Ihr gingen zwischen 1866 und 1886 mindestens drei andere Einbandgestaltungen voraus, die nicht nur für JUles Verne, sondern für die gesamte Hetzel-Produktion in diesem Format genutzt wurden.

Grundsätzlich gilt: Einband und Buchblock wurden nach Bedarf kombiniert, da gibt es keine chronologisch zwingende Konkordanz (etwa bei Neuauflagen).
volker

Stahlelefant

Fortgeschrittener

  • »Stahlelefant« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 211

  • Nachricht senden

9

Samstag, 18. Februar 2017, 23:24

Vielen Dank für die ausführlichen Informationen!
:)

Stahlelefant

Fortgeschrittener

  • »Stahlelefant« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 211

  • Nachricht senden

10

Freitag, 24. Februar 2017, 16:46

Eine Frage fällt mir jetzt doch noch ein. Kennt sich jemand mit den Hachette-Ausgaben aus? Habe ich jetzt im Netz gesehen: eine Hachette-Ausgabe mit ähnlichem rotem Einband, und vornedrin steht „Nouvelle Édition“. Ich nehme an, dass wohl gar nichts geändert wurde, dass man nur die Auflagenzählung von Hetzel nicht weiterführen wollte. Oder stimmt das nicht? Gibt es Unterschiede zu den Hetzel-Ausgaben?

Volker Dehs

Fortgeschrittener

  • »Volker Dehs« ist männlich

Beiträge: 211

Wohnort: gute Frage

Beruf: Literaturwissenschaftler

  • Nachricht senden

11

Freitag, 24. Februar 2017, 17:47

Hetzel selbst hatte auf den Titelseiten der in-18-Ausgabe ungefähr ab 1900 die Angabe der exakten Auflage durch den Ausdruck "nouvelle édition" ersetzt und nur auf dem Umschlag der Broschur fortgesetzt, wo sie aber manchmal irreführend ist, weil der Umschlag je nach Zusammensetzung auch die vorausgehende oder folgende édition beinhalten konnte.
Nach 1914 übernahm Hachette die Druckstöcke (für die in-18 und in-8°-Ausgaben), ersetzte bei einigen der bereits gedruckten Ausgaben die Titelseiten durch neue, wo der Verlagname Hachette eingedruckt war, setzte Nachdrucke aber ohne Textänderung fort, für einige Titel beider Reihen bis Ende der 1930er Jahre. Bei einigen Titeln (nicht allen) der in-18-Ausgabe wurde wieder die Auflagenzählung auf der Titelseite eingeführt, die die (unterbrochene) Hetzel-Zählung fortführt.
volker

Stahlelefant

Fortgeschrittener

  • »Stahlelefant« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 211

  • Nachricht senden

12

Freitag, 24. Februar 2017, 17:53

Danke sehr! :)

Social Bookmarks